Bodenbeschaffenheit

Rhododendron kommen in der Natur auf reinen Moorböden, an felsigen Hängen und auf Kalkgebirgsstein, dort aber immer in der aufliegenden Humusschicht wachsend, vor.
Obwohl in den großen Parkanlagen Englands Rhododendron auch auf feuchten, kiesigen Lehmböden mit nur geringer Humusauflage gut gedeihen, sollte insbesondere auf schweren, kalkhaltigen Böden besser ein Bodenaustausch erfolgen.
Vor Beginn der Pflanzung sollten Sie sich über die Bodenart und vor allem über den pH-Wert Ihres Gartenbodens informieren, besonders für den Fall, dass keine Rhododendron, Heide usw. in der unmittelbaren Umgebung angepflanzt sind. Wenden Sie sich an die örtlich zuständige Landwirtschaftsbehörde, um Auskunft zu erhalten, wer in Ihrer Nähe Bodenuntersuchungen durchführt. Es besteht auch die Möglichkeit, Messungen selbst vorzunehmen. Test-Packungen gibt es im Fachhandel für den Gartenbedarf.
Der Optimalbereich liegt bei pH 4,5-5,5, also im relativ stark sauren Bereich. Böden mit Werten von pH 3,5-4,5 und 5,5 und 5,8 pH sind noch brauchbar, Werte außerhalb dieser Bereiche beeinflussen das Wohlbefinden der Rhododendron deutlich negativ. Generell eignen sich die meisten Bodenarten. Beinahe ideal sind Humus-, Heide- und Waldböden. Durch folgende Bodenvorbereitungs- und Verbesserungsmaßnahmen können auch an zunächst ungeeigneteren Standorten gute Wachstumsbedingungen geschaffen werden:

  • Lockerung des Pflanzbereichs, um eine gute Bodendurchlüftung und Durchlässigkeit sicherzustellen, denn dauerhaft stehende Nässe und Luftmangel sind der Tod einer jeden Rhododendronpflanzung.
  • u.U. pH-Wert-Korrektur und je nach Bedarf die Zugabe humushaltiger Substanzen in den Pflanzbereich zur Durchmischung, wie Torfmull, verrottetes Laub, Laub- und Nadelerde oder sonstige humushaltige Materialien, wie abgelagerter Kompost.

Auf schweren Lehm- oder Tonböden, sowie auf kalkhaltigen Böden und bei undurchlässigen Bodenschichten empfiehlt es sich, vor der Durchführung umfangreicher Bodenverbesserungsmaßnahmen wie Bodenaustausch oder Drainage zur Wasserableitung die Erhöhung der vorgesehenen Pflanzbereiche vorzunehmen (s. nachfolgende Zeichnungen).

Aufbau eines Moorbeetes auf steinigen Böden

Durchlässiger Untergrund

Als unterste Schicht kann vor der Auffüllung eines mit Torf angereicherten, feuchten und kalkfreien Humusbodengemisches, auch zerkleinertes Strauchwerk eingebracht werden. Die Humusschicht sollte bei mittelstark wachsenden Rhododendron  etwa 50 cm betragen und nach Bedarf (jährlich) ergänzt werden, damit eine leichte Erhöhung im Pflanzbeet erhalten bleibt.

Entfernen Sie großflächig Unkräuter im gesamten Pflanzbereich. Entscheidend ist die Bekämpfung von Wurzelunkräutern, wie Quecke, Ackerwinde, usw. vor der Pflanzung.
Zu empfehlen ist eine Auffüllung der möglichst groß auszuhebenden Pflanzgrube (etwa 3fache Größe des Pflanzenballens) mit einem feuchten Gemisch aus Torf und dem Bodenaushub (sowie evtl. etwas Kiessand) im Verhältnis    1 : 1, damit dem Wurzelwerk möglichst lange geeigneter Bodenraum zur Verfügung steht.

Setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch und verteilen Sie die vermischte Erde sorgfältig um den Wurzelballen. Es darf nur leicht angetreten werden und der Rhododendron sollte nicht tiefer stehen, als er vorher in der Baumschule stand. Max. 5 cm Erdreich darf den Ballen bedecken. Liegt er tiefer, hemmt Luftmangel die Wurzelentwicklung.

Es hat sich bewährt, für die ersten Wochen des Anwachsens, eine Gießmulde um den Stamm aufzuschütten. Die notwendige Bewässerung ist so effektiver und auch das erste Angießen fällt leichter. Gießen Sie während der Abend- oder Morgenstunden. Das Betreten des unmittelbaren Bodenbereiches um den Rhododendron, sowie Hacken und Umgraben am Wurzelbereich ist zukünftig zu vermeiden, um Wurzelschäden vorzubeugen. Die Zugabe von Dünger sollte beim Pflanzen auf jeden Fall unterbleiben!?Einzige Ausnahme können geringe Gaben organischen Düngers sein.

Die weitreichende Bodenabdeckung (Mulchen) des Wurzelbereiches dient der Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit und der Bodengare, einer ausgeglichenen Bodentemperatur, sowie der Minderung des Unkrautwuchses.

Bringen Sie eine etwa 4 – 8 cm dicke Schicht aus grobem Torf auf. Auch haben sich Baumrindenprodukte von Nadelhölzern, z.B. Kiefern, als sehr wirkungsvoll erwiesen. Desweiteren können abgemähtes Rasengras, verrotteter alter Kuhdung oder gut angerottetes Schreddergut unter den Pflanzen ausgebreitet werden. Fügen Sie dem Mulchmaterial etwas Hornspäne bei.
Durch den regelmäßigen, leichten Laubfall alter Blätter des Rhododendron, sowie das Ansammeln weiterer organischer Materialien, wird im Laufe der Jahre eine natürliche Mulchschicht unter den Rhododendron entstehen. Sie ist eine wertvolle Humus- und Nährstoffquelle.